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Auszubildende des Glaserhandwerks beim JugendpolitikTag

von Sebastian Ramm

Position beziehen! Demokratie – was hat das mit mir zu tun?

Am 15. Februar 2017 lud die Konrad Adenauer Stiftung zum ersten Jugendpolitiktag mit Namen „Position beziehen! Demokratie – was hat das mit mir zu tun?“ ein. Im Wissenschaftszentrum in Bonn-Bad Godesberg lud die CDU-nahe Stiftung von mehreren Schulen in Bonn und Umgebung mehrere Schüler ein. Die Veranstaltung stand unter Leitung der Schirmherrin Andrea Milz. Am Vormittag fand nach dem Check-In um 10:00 Uhr eine Einführung in den Tagesablauf statt. Anschließend traten die drei Poetry Slamer, Max Gebhard, Nick Pötter und Pauline Cebulla auf.

Ab 10:30 sprach die CDU-Politikerin Diana Kinnert in einem Talk mit dem Thema „Du und die Demokratie“ über ihren Werdegang. Danach trat mit dem Thema „Politik (er) muss/müssen nicht langweilig sein“ die CDU-Politikerin Andrea Milz auf. Im Anschluss sollte der Leiter der Politischen Kommunikation der Konrad Adenauer Stiftung, Ralf Güldenzopf, über den Populismus und deren Gefahren reden. Dieser fiel aus Krankheitsgründen jedoch aus. Also wurde sein digitaler Vortrag als offener Meinungsaustauch mit Diana Kinnert wahrgenommen.

Am Nachmittag bot die Konrad Adenauer Stiftung sechs Workshops an:
Zuschauen oder mitmachen: „Wie sieht deine Demokratie der Zukunft aus?“ mit Diana Kinnert, „Populärer Populismus?! Politischer Poetry Slam“ mit Max Gebhard, Nick Pötter und Pauline Cebulla, „Du im Fangnetz der Algorithmen – Wie Facebook, Google und Social Bots unseren Nachrichtenkonsum steuern“ mit Nora Jakob, „Du im Parlament – Planspiel“ mit Robert Hein, „Auf Stimmenfang – Was sagen die Bonner zur Demokratie? – Podcast/ Medienworkshop“ mit Nils Thieben, „Mach DEINEN Kurzfilm! Politik in den Medien: Sind wir Bürger oder Konsumenten?" mit Sabrina Kurth. Ab 16:30 Uhr wurden die ausgearbeiteten Ergebnisse der Workshops vorgestellt. Damit war der Jugendpolitiktag um 17:00 Uhr zu Ende.

Die drei Poetry Slamer Max Gebhard, Nick Pötter und Pauline Cebulla sprachen in teils neudeutscher Sprache (Pauline Cebulla zum Beispiel in berliner Mundart) über politische Themen, die für Jugendliche gut formuliert wurden. Die drei Poetry Slamer haben ihren Vortrag recht gut gemacht, ich fand ihn aber etwas zu überspitzt.

Anschließend lud die Moderatorin, CDU-Politikerin Diana Kinnert, zum Gespräch auf die Bühne. Sie erzählte, wie sie zur Politik und Parteimitgliedschaft gekommen ist. Am Anfang wollte sie nur erreichen, dass es an ihrem Gymnasium in der Oberstufe weiterhin den Politik/Sozialwissenschaftskurs geben könne. Dazu engagierte sich die junge Frau mit anderen Schülern bei der Schulleitung. Diese lehnte alle Bemühungen ab, woraufhin Frau Kinnert die Schule wechselte und sich weiterhin politisch engagierte. Beim "Selbsttest" zur politischen Richtung kam bei ihr als Partei die Christliche Demokratische Union, kurz CDU, heraus. Sie trat daraufhin dieser Partei bei und wurde wieder enttäuscht. Anstatt Einladungen zu Parteitreffen kam nach längerer Zeit nur eine Rechnung zu Parteibeiträgen. Als sich Frau Kinnert selber bei der Partei meldete, wurde sie nur auf eine geschlossene Fraktionssitzung geleitet, wo sie direkt von den Politikern hinaus geworfen wurde. Als nächstes wurde sie zwar zu einer offenen Parteisitzung eingeladen, dort aber aus zwei Gründen enttäuscht.
Zum einen waren dort nur ältere Herren mit ihren Ehefrauen, und zum anderen wurde sie vom Vorsitzenden nur mit einer Bestellung abgespeist, weil man sie für eine Kellnerin hielt. Trotz dieser Rückschläge blieb sie treu bei der Partei und der Politik. Heute arbeitet sie aktiv in der Bundespolitik mit.

Als nächstes wurde Frau Andrea Milz auf die Bühne gebeten. Sie sprach über ihren Erfolg, aber auch über ihre Rückschläge im politischen Spektrum. Die CDU-Politikerin hat es ohne Listenplatz in den Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen geschafft. Obwohl sie wohl niemals einen Anzug tragen werde, auch auf Wahlplakaten stellt sich die Politikerin aus Königswinter nie im Anzug dar, so stellt sie einen Affront in der liberal-konservativen CDU dar, die sich an manchen Stellen, obwohl eine Frau Kanzlerin und Parteivorsitzende ist, mit Frauen etwas schwer stellt. Sie erzählte auch davon, wie ein Saaldiener sie aufgrund ihrer etwas schrillen, flippigen Kleidung zu den Listen der Partei Bündnis 90/Die Grünen leiten wollte.

Der nachfolgende Redner Ralf Güldenzopf fiel aufgrund einer Krankheit aus. Seine PowerPoint Präsentation wurde in eine offene Meinungsdiskussion mit Diana Kinnert umgewandelt. Dabei hatte Herr Güldenzopf mehre PowerPoint Folien vorbereitet, davon mehrere zur Begriffserklärung des Wortes „Populismus“. Dabei gaben nicht nur Frau Kinnert und die Moderatorin Kommentare dazu ab, sondern auch die Teilnehmer des Jugendpolitiktages. Anschließend wurden Fallbeispiele, wie „Lügenpresse“ oder auch politische Beispiele aufgeführt. So wurde auch auf die rechtspopulistische Organisation „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“, kurz PEGIDA, hingewiesen. Zu allen Themen durften die Teilnehmer Meinungen, Eindrücke und Fragen nennen, deswegen hat mir dieser Vortrag sehr gut gefallen.

Nach dem Mittagessen ging es mit den Workshops weiter. Ich war im Workshop: „ DU im Fangnetz der Algorithmen – Wie Facebook, Google und Social Bots unseren Nachrichtenkonsum steuern“, mit Nora Jakob, einer führenden Journalistin auf diesem Gebiet.
Am Anfang sollten sich wir Teilnehmer überlegen, wo wir schon mal mit Fake-News in Berührung gekommen sind. Grob kann man den Workshop von Frau Jakob in drei Bereiche gliedern: Fake-News, Cyberbots und Algorithmus. Beim ersten Teil, Fake-News, wurden zuerst mehrere Fallbeispiele aufgeführt, danach wurde gemeinsam nach einer Definition gesucht.
Beim zweiten Teilwurde erst einmal der Begriff Cyberbots erklärt. Hierbei handelt es sich um eine Computersoftware, die gezielt falsche oder abgeänderte Nachrichten sendet, um so Wählermeinungen, und so auch Wahlen, zu beeinflussen. Führende Experten sehen es so als sehr wahrscheinlich an, dass so die Wahl über den Austritt des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland, kurz BREXIT, zu Gunsten der Gegner der Europäischen Union beeinflusst wurde. Besagte Experten halten es auch für wahrscheinlich, dass es bei der Bundestagswahl der Bundesrepublik Deutschland im September 2017 zum Einsatz von solchen Cyberbots kommt. So hat die Bundesregierung angekündigt, dass sie Cyberbotting einsetzt, sofern rechtspopulistische Parteien wie die Alternative für Deutschland (AFD) solche einsetzt.

Als letztes ging es um Algorithmen, bei denen es sich um eine Software handelt, die zum Beispiel von der amerikanischen Suchmaschine Google eingesetzt wird. Sie merkt sich sozusagen die Einträge, die man sucht. Bei Onlinekaufportalen wie Amazon merkt sich Amazon Dinge, die man kauft, um einem später ähnliche Produkte anzubieten. Wenn man zum Beispiel ein Fahrrad der Marke „xy“ kauft, dann bietet Amazon in Zukunft zuerst Zubehörteile der gleichen Marke an.

Im großen Hauptsaal präsentierten alle sechs Workshops ihre Ergebnisse. Alle Gruppen hatten aus meiner Sicht sehr gute Vorträge ausgearbeitet. Damit war der Jugendpolitiktag um 17:00 Uhr zu Ende.

Ich würde den Jugendpolitiktag jedem empfehlen, da die Konrad Adenauer Stiftung es sehr gut gemacht hat, er war spannend, abwechslungsreich und es war für Jugendliche gut vorbereitet. Ich persönlich habe meine politische Position bereits gefunden, fand es trotzdem sehr interessant. Somit empfinde ich den Jugendpolitiktag als informativ und lehrreich für jeden.

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